21.Großer Jagdtag in Roth - "Meeting der Familie Lux" am 26.September 2009

Außergewöhnlich trockenes Wetter - Altweibersommer, wie er im Buche steht, prägte den 21.Jagdtag in Roth, das "Meeting der Familie Lux". Für eine "ideale" Jagd eigentlich zu warm. Die Jagd war auch heuer wieder schnell ausgebucht. 50 Reiter und fünf Equipagenmitglieder bei den Beagles trafen sich gegen 10:30 am Rendezvousplatz am Jagdstall der Familie Kratzer zum Stelldichein. Viele Begleiter und Zuschauer bildeten zusammen eine große Jagdgesellschaft auf dem festlich dekorierten Platz. Man lachte, begrüßte sich, stellte sich vor oder wurde bekannt gemacht. Die Hörner erklangen in immer kürzeren Abständen aus verschiedenen Richtungen in ES, B und D, um den immer näher rückenden Aufbruch anzukündigen. Die Meute sang sich derweilen im Zwinger ein und so rief man um viertel auf zwölf in die Sättel.

Die ersten "runs" gingen über die Felder bei Belmbrach und Hofstetten. Die Frankenmeute wollte heute lediglich auf dem Trittsiegel, der "Hufspur" der fliehenden Beute jagen. Den Schleppkanister ließ Master Dittrich am Meutetransporter. Tanja Kratzer durfte die Rolle der Verfolgten übernehmen und wurde dabei begleitet von unserer Jagdherrin "Ele Lux", ohne deren Engagement die Jagd auf diesem Niveau nicht möglich wäre - Danke an dieser Stelle von allen Reitern, Begleitern und Gästen! Erfurcht gebietende klobige Baumstämme warteten bereits auf die Jagdreiter und auf den knochentrockenen Sandböden, die bei nassem Wetter stets ein treuer Freund der Jagdreiter sind, bildete sich Staub. "Das habe ich die letzten zwanzig Jahre in diesem Gelände um diese Zeit nicht gesehen!": so Kratzer Senior. Gleich einer Nebelwand verschluckte der Staub die Reiter, um sie am Ende der "runs" wieder Preis zu geben. Bestaubte Gesichter lächelten mit weißen Zähnen zu den Zuschauern der Wagenkolonne herüber. Die Reiter nahmen es wie es kam - das ist Jagdreiten! Die größte Leistung konnte man jedoch getrost den Hunden zuschreiben, die trotz des feinen Sandes und der sommerlichen Temperaturen stets sofort die Fährte fanden und wie Gift jagten.

Im Wald war die Sicht deutlich besser - ein Horridoh auf das fassettenreiche Rother Gelände! - der vierte "run" schlängelte sich bis zum Kanal. Das Geläut der Meute hallte durch den Wald und bilde mit den Rufen der Reiter und dem Donnern der Hufe eine eigene Fanfare der Jagd in Rot(h).

Als wir über die Kanalbrücke am Rhein-Main-Donau-Kanal ritten, begrüßte uns mit lautem Horn ein Passagierbinnenschiff das gerade vorbei fuhr. Viele Reisende standen mit Kameras an Deck, um die nicht alltäglichen Bilder der Jagd einzufangen. Wir freuten uns bei dieser Randszene über so viel Aufmerksamkeit! Die Hunde durften im Kanal baden, wir sahen verstaubt und neidisch dabei zu. Raus aus dem Wasser, die steile Böschung hinauf und mit hellem Geläut ging es im frischen Vorwärts durch den Wald, über Hindernisse hinweg zum Rothsee.

Auf den Wiesen der Familie Handschuck, die auch in 2009 wieder gastfreundschaftlich ihre Grundstücke für die Traditionsjagd zur Verfügung stellten, ein völlig anderes Bild! Grüne Wiesen, zu Ihren Füßen der Rothsee und auf ihnen wieder Sprünge, die nahezu alle Jagdreiter anritten und übersprangen. Nun folgte der Einritt in den Rothsee. Die Meute voran, gefolgt von der Equipage, dann das springende Feld, schließlich das zweite Feld ... alle rein ins Wasser mit strahlenden Gesichtern. Gleich am Ufer, an der Seekoppel des Reitstalls Handschuck, der große Check. 45 Minuten Pause. Essen, Trinken und Jagdhornfanfaren unter frühherbstlicher Sonne am Rothsee. Die Pferde wurden von den Begleitern geführt und versorgt. Passanten wurden zu Zuschauern, genossen wie wir die Eindrücke, die an längst vergangene Zeiten erinnerten. Noch einen Schluck und dann wieder aufs Pferd. Die Meute angelegt und schon waren wir wieder auf der Jagd um Kurven, bergauf, bergab und über Stock und Stein. Viel zu schnell wieder auf dem sandigen Böden bei Belmbrach.  Dennoch und gerade deshalb beidruckende unvergessliche Bilder. Reiter umhüllt von Staub. Dann der letzte lange Lauf.

Am Ende die Vierersprungreihe auf der Hoyweide bei Kiliansdorf - Halali, Halali! Schnell den Helm ab und den rechten Handschuh ausgezogen. Freudestrahlend beglückwünschen sich die Jagdreiter. Keine Sieger, keine Verlierer! Noch einmal stehen die Reiter auf der Hoy der Frankenmeute Spalier, bevor man gemeinsam zum Rendezvousplatz zurückkehrt.

Stolz auf die Leistung der Hunde und der Pferde, aber auch stolz den eigenen Schneid bewiesen zu haben, wird abgesessen - die Curee. Die Hunde stürzen sich auf den Pansen und werden genossen gemacht. Die Trompe de chasse verkündet das Ende des herrlichen Jagdtages. Die Jagdherrin, Ele Lux und der Master der Frankenmeute, Ludwig Dittrich verteilen Brüche und Meuteknöpfe. Weidmannsheil, Weidmannsdank! Man versorgt gewissenhaft sein Pferd, um sich anschließend zum Schüsseltreiben am Jagdstall zu begeben. Lang dauert es heuer bis der letzte Gast aufbricht. Nicht mehr viel Zeit um sich herzurichten und zum Jagdabend nach Kloster Seligenporten zu fahren. Viele Bilder des Tages werden bei ausgezeichneter Bewirtung als Diashow vorgestellt. Im Kreuzgang spielen die Jagdhornbläser noch einmal kräftig auf und lassen die Jagd hochleben. Gute Gespräche unter Freunden. Verabredungen für die kommenden Jagden. Ein Klaps auf die Schulter beim Abschied. Horridoh! Gute Nacht und bis nächstes Jahr in Roth!

Hunter of the Year - Förderpreis der Familie Kratzer

Den Förderpreis "Hunter of the Year" hat die Familie Kratzer im Jahre 2001 gestiftet. Der Wanderpokal wird an Personen überreicht, die sich um die Jagdreiterei verdient gemacht haben. Eine Juri aus Feldreitern, Zuschauern und Mitgliedern des Organisationsteams beraten jeweils am Jagdtag in Roth über diese Auszeichnung. In 2009 ist die Wahl auf "unseren" Benno Fischer gefallen. Besonders das große unterjährige, ehrenamtliche Engagement in unserer Region rund um die Jagd, sei es bei der Streckenfindung, dem Hindernisbau oder bei der Jagdhornbläserei, insbesondere bei der Übungsunterstützung von jungen Bläsern u.v.m. haben zu dieser Entscheidung beigetragen. "Benno" war sehr gerührt bei der Übermittlung dieser Nachricht und fühlte sich geehrt. Bei dieser Gelegenheit wurde natürlich auch und sehr humorvoll über einige Entwicklungsfelder gesprochen:-)! Wer unseren Benno kennt, weiß was gemeint ist:-) Im nächsten Jahr, seinem 70 Lebensjahr, wird er die blaue Ehrenarmbinde am 22. Jagdtag in Roth tragen. Die feierliche Übergabe des Wanderpokals findet demnächst bei einem der Jagdabende statt.

Viele Bilder im Original gibt es bei Petra Tillmanns (Telefon 0170/5850266) und bei Markus Kratzer (Telefon 0170/2065471) - Filmmaterial bitte auf Anfrage!

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